Don Wikidonso

March 5, 2006

Wikimedia: Sie pennen wie die Politiker

Filed under: Hacker,Insider,Recht,Wikipedia — donwikidonso @ 1:34 am

Sie sind wie viele Politiker in Deutschland. Zuerst ganz grosses Kino mit ihren Wahlversprechen. Sind sie dann gewählt worden, legen sie sich wieder auf die faule Haut. Ein 16jähriger Schüler macht es der Wikimedia Deutschland e.V. vor, wie man es eben nicht machen soll. Doch das interessiert die Wikimedia mal wieder nicht.

Der Stadtteil Treptow südöstlich von Berlin ist ein ganz besonderer Bezirk zum Arbeiten, Wohnen und Erholen. Dort gibt es auch eine Schule, die zum Beispiel der 16jährige Cornelius Kibelka besucht. In seiner Freizeit beschäftigt er sich mit Berliner U-Bahnen und Metronetzen im Rest der Welt. Der begabte Schüler kennt sich mit den vielen technischen Details der U-Bahnen aus. Informationen über Hersteller, Typen, Baujahre sowie die besonderen Eigenschaften sind seine Stärken. Dazu besitzt er Hunderte von Fotos von einzelnen U-Bahnen. Im Deutschlandradio hat man mit dem Spezialisten schon ein Interview geführt und mit seinen Antworten hat er geschickt für die Wikipedia geworben, denn er setzt sein Wissen regelmässig auf der Wikipedia um und stellt seine Fotos kostenlos zur Verfügung.

Dieser Stadtteil Treptow, wo der 16jährige Schüler wohnt, ist ein Bezirk mit Geschichte, Tradition und vielen Geschichten. Nicht nur die von diesem U-Bahnfreak, sondern zum Beispiel auch die Geschichte rund um den “Hauptmann von Köpenick“. Jeden Mittwoch und Samstag um 11.00 Uhr wird diese Legende dem interessierten Bürger vor dem historischen Rathaus Köpenick vor Augen geführt. Sie wiederholt das Ereignis von 1906, als sich der arbeitslose Schuster Wilhelm Voigt als Hauptmann ausgab und zahlreiche Leute reinlegte. Köpenickiade, eine Form der Hochstapelei, bei der durch Amtsanmaßung Gehorsam erschlichen wird und um an Gelder heranzukommen. Diese Köpenickiade und die Wikimedia Deutschland e.V. könnten etwas gemeinsam haben. Zum Beispiel, wenn der 1. Vorsitzende Kurt Jansson vor aller Öffentlichkeit behauptet, er sei “seit 2003 der Pressesprecher der deutschen Wikipedia” – obwohl das gar nicht stimmt. Und schon läuft Fritzchen Doof ihm hinterher und füllt die Vereinskasse der deutschen Wikimedia – und nicht die der amerikanischen Wikimedia Foundation Inc.

Auch dem Schüler aus diesem Stadteil “Hauptmann von Köpenick” ist die Köpenickiade bestens bekannt. Richtig witzig wird es, wenn die Köpenickiade-Wikimedia und der Köpenickiade-Experte Cornelius Kibelka zusammentreffen. Zum Beispiel bei der Wikimedia Deutschland e.V. in deren Blog wie so am 1. März 2006 geschehen. Vor einer Woche fanden die Vorstandswahlen statt. Bis heute wurden die Änderungen nicht auf der Meta-Wikimedia zum Zwecke von freiem Wissen veröffentlicht. “Huhu ihr, könnt ihr bitte noch ‘Wikimedia_Deutschland/Vorstand‘ aktualisieren?”, brachte es der Schüler dort im Wikimedia-Blog auf den Punkt. Und mit einem “Es interessiert auch manche Nicht-Mitglieder wer zum Beispiel jetzt Schatzmeister ist” konnte es er gar nicht mehr treffender begründen. Ein 16jähriger Schüler zeigt es den alten Hasen von der Wikimedia, was man unter einem Vereinszweck bei einer Gesellschaft für “freies Wissen” eigentlich zu verstehen hat.

Und Cornelius Kibelka hat auch Recht, wenn er die Änderungen nicht selbst bei der meta.wikimedia vornimmt. Er könnte nämlich bei unrichtigen oder falschen Angaben eventuell haftbar gemacht werden. Auch das hat der Schüler verstanden. Deswegen spricht er sie lieber direkt darauf an, um die Wikimedia Deutschland e.V. in Fahrt zu bringen. Das alles ist – ausgerechnet nach deren Wahlversprechen – nicht nur peinlich oder blamabel, sondern das sind Schlappschwänze welche seit fast einer Woche pennen und sich nach der Wahl auf die faule Haut gelegt haben. Wie bei den Politikern. Immer muss man den Leuten in den Hintern treten. Und jetzt versteht der Leser dieses Insiderblogs auch, warum man diesen Spruch “Cornelius (16) bringt die Wikipedia in Fahrt” so furchtbar lieben kann:

Wählt diesen Mann zum Vorstand der Wikimedia Deutschland e.V.

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